Freitag, 13. November 2009

Rabenmutter

Wer sich mal so richtig mies fühlen will, macht einfach folgendes:

1. Schaff dir ein Kind an, obwohl du von der ersten Euromillion noch ziemlich weit entfernt bist.

2. Geh arbeiten, bevor dein Kind studiert.

3. Geh 10 Tage in Folge arbeiten und gestalte die Betreuung dadurch unübersichtlich. Gerne helfen dir dabei ein Vater, eine Großmutter und der Kindergarten. Somit ist sicher gestellt, dass du vom Tagesablauf deines Kindes nichts erfährst und dir auch sonst niemand wichtige Informationen übermittelt.

4. Lausche nachts dem Husten deines Kindes.

5. Wiege dich in der trügerischen Gewissheit, dass es zwar nicht gut klingt, aber sicher nichts schlimmes ist. Immerhin hast du keine Rückmeldung über Fieber oder sonstige Probleme. Und das es so brodelt kommt hoffentlichhoffentlichhoffentlich von etwas Schleim, der dumm liegt. Immerhin ist das Kind gegen Pneumokokken geimpft.

6. Komme heim und höre, dass im Kindergarten von schwerem Husten, der vom Mittagsschlaf abhielt und Fieber gesprochen wurde. Entspanne dich wieder, wenn von sensationellen 37,2°C berichtet wird.

7. Gehe trotzdem wie geplant zum Arzt, da der Hustensaft letztens vom Kind aus der vollen Flasche trotz Kindersicherung auf dem Teppich verteilt wurde.

8. Mache beim Kinderarzt folgende Entdeckungen:
a) überlange, dreckige Fingernägel; teils eingerissen *schluck*;
b) dreckige Ohren;
c) Haarknötchen am Hinterkopf;
d) Essensreste und -flecken auf sämtlichen Kleidungsstücken;
f) kein frisches Kinderarzt-Untersuchungsliegen-Unterleg-Handtuch sondern
nur die wickeltascheneigene Wickelunterlage mit Flecken unklarer Herkunft;
g) Kind hat mittlerweile definitiv ordentlich Fieber, dass du dort aber nicht
messen kannst -ohne Thermometer;
h) dein Kind ist so fertig mit der Welt, dass es auf jede Frage oder Aussage mit
einem lauten und gnatzigen "Nee!" antwortet;
i) bemerke, wie sehr du dich schämst;

9. Erfahre in der Apotheke, dass deine Krankenkasse die Ausleihgebühr des Inhalators nicht übernimmt.

10. Fahre mit dem Kind die hypersuperlichtgeschwindigkeitskurze Strecke* heim. Nur um dort fest zu stellen, dass das arme kranke Häschen eingeschlafen ist.

11. Höre dir das Weinen deines kranken und völlig übermüdeten Kindes an, dass vor lauter Husten nur in 10 Minutenabschnitten schläft.

Bei Bedarf verschenke ich gerne meine miesen Karmapunkte. Ich würde notfalls auch gegen positives Karma tauschen. Bedarf, irgendjemand?!

___

*Die Strecke zu fahren, dauert kürzer als das lange Wort.

Donnerstag, 12. November 2009

Der Vorteil der Zeitumstellung

Wenn wir abends spazieren gehen, wird es dabei meist schon dunkel. Das beeindruckte das Kind offenbar so, dass es nun dunkel in Form von "dunn-dunnk" fest in seinen Wortschatz aufnahm. Sehr niedlich, wie ich finde. Wenn wir z.B. morgens ins dunkle Treppenhaus kommen und alles still ist, dröhnt es plötzlich in Altetaubeommalautstärke "DUNNNN-DUNNNNK!!!" durchs Haus. Er hat jetzt auch Worte für Lampe ("Ammmp") und Laterne ("Aaaater"). Der Witz ist, dass ich die Unterschiede höre, aber man kann die Laute kaum beschreiben. Das klingt hier echt manchmal so, wie die Lautschrift in Wörterbüchern aussieht. Höchst unverständlich. :D

Gestern hatten wir noch ein Gespräch *husthust* über Autos. Ich erzähle beim Autofahren immer, was ich so sehr. Oft frage ich dann: "Hast du das gesehen?" Meist sagt er "Ja!" oder er brummt zustimmend. Gestern aber antwortete er auf die frage, ob er den Bus an der Haltestelle gesehen hätte mit "deeeeht". Ich war ganz perplex und sagte "Ja, da stand der Bus." Er darauf "dand". Nun ist es ja so, dass wir hier viel hoffen und wenig erwarten. Daher war ich so perplex, dass ich nicht weiter nachbohrte. Möglicherweise hatte ich mich verhört. An der nächsten Ampel standen wir neben einer Straßenbahnhaltestelle. Er schaute interessiert zu, wie die Menschen aus- und einstiegen. Plötzlich dann wieder eine Wortmeldung von den hinteren Plätzen: "Mama, deeeht!" Anscheinend haben wir unser erstes Verb in Gebrauch! Echt klasse.

Montag, 9. November 2009

Spezialitäten...

...ganz besonders für diese eine Bloggerin unter uns. Sie wurde gerade doppelter Onkel. Jetzt noch mal mit viel Gefühl: Herzlichen Glühstrumpf, liebe Frau Haase! Ich dachte, dieser Link würde dein kleines Haasenherz erfreuen. ;)

Dienstag, 3. November 2009

Terroristen

Neulich klingelte hier zum 5. oder 6. Mal das Telefon. Wieder mit einer fremden Nummer aus Süddeutschland. Diesmal bin ich ran gegangen. Irgendwie macht es die Sache nicht besser, wenn man vorher genau weiß, dass es Werbeanrufe sind. Wusste ich früher ja auch schon. Hatten halt alle die Nummer unterdrückt. Da wußte man doch, woran man war. Jetzt sehe ich zwar, mit welcher Nummer ich belästigt werde, kann aber trotzdem nicht ausweichen. Mein Telefon hat nämlich leider keine "abweisen"-Taste.

Jedenfalls war da ein Mann dran. Der ratterte sein "Guten Tag, Firma xxx..." dermaßen schnell runter, dass ich glatt nichts verstanden habe. Also fragte ich freundlich nach. Es war dieser Verkäufer der "Hausbesuchswerbemafia für frisch gewordene Mütter". Der Name der Firma beginnt mit F.

Als ich letztes Jahr noch voll im Hormonrausch war, habe ich mir dämlicherweise von genau diesem Typen am Telefon ein Zeitungsabo aufschwatzen lassen. Das muss an den Hormonen gelegen haben. Normalerweise kaufe ich sonst nichts am Telefon. Das ärgerliche war, dass es sich bei dem Abo nicht um diese "endet automatisch nach 6 Wochen"-Teil handelte, sondern anscheinend um eines, dass automatisch weiterlief. Ich habe mich dann an der Stelle, als die Rechnung kam zu dumm angestellt. Dann habe ich auch nämlich vergessen, zu bezahlen und bumms -hatte ich die Mahnung eines Inkassobüros im Briefkasten. Selbst als ich bezahlt hatte, bekam ich vom Inkassobüro noch weitere Briefe. Alles sehr nervig. Am Ende habe ich über 60 Euro für 15 Hefte bezahlt. Ich darf da gar nicht dran denken. Wie doof bin ich eigentlich? Ich geh mal kurz ein bißchen mit dem Kopf vor die Wand schlagen.

So, weiter: Der Typ am Telefon war jedenfalls genau der, der mir zu dem super Abo verholfen hatte! Und er wollte mir schon wieder tollste Gelegenheiten und Angebote unterbreiten.

Nein danke, kein Bedarf.

Oh, wenn es jetzt nicht passen würde, könnte er auch später noch mal anrufen.

Och, nöö! Danke. Wirklich nicht.

Dürfte er mich denn in einiger Zeit noch mal kontaktieren?

Ich sah meine Chance und ergriff sie! Also ehrlich gesagt, nein. Ich hätte ja noch die Nummer von Frau Vetreterin der Hausbesuchsmafia und würde mich dann an sie wenden.

Hoffentlich hilft das. Das klang ein bißchen nach "Ich muss mir Ihr Einverständnis für zukünftige Werbeanrufe einholen und tue das besser von hinten durch die Brust."

Der Tonfall wechselte bei ihm übrigens von "fröhlich" über "traurig" zu "seeeehr betrübt". Das Ganze klang dermaßen aufgesetzt und überzogen, dass ich ihm eine baldige Schulung wünsche. Das wird doch so nichts! Der bekommt ja höchstens Zeitungsabos an stillende Hormonmonster verkauft. ;)

Montag, 2. November 2009

Wird ja immer mehr

Er-ssssze - Kerze

Daeeeeeiii-ta -Käse (Das "Aeeeeeei" spricht so übrigens so ähnlich wie das "ay" in "Day" -hab ich mir sagen lassen.)

Bummmmm! - Dreimal darfste raten!

hääääääääääää - häkeln, Mama häkelt! (Ja, ich habe voll peinliche Hobbys... *stöhn*)

Heissssssssss! - heiß (Er weiß jetzt, dass der Ofen, Töpfe, Kerzen und Glühlampen heiß sein können.)

Ooooo-eia! - Auweia!

Hossss! - hops, hopsen

Und nur wo ein Ausrufungszeichen dran steht, ist auch eins drin. ;) Er spircht diese Worte wirklich mit besonders viel Inbrunst. Wenn ich meine Handarbeiten hole, sagt er wirklich deutlich ruhiger "Mama, häääääää." Und wenn ich dann mit "Mama häkelt. Ich häkle dir eine tolle neue Decke." antworte, grinst er und sagt dieses ganz niedliche, lange "Jaaaaa."

Überhaupt bin ich momentan wieder überrascht, wie intensiv er zuhört und versucht, zu verstehen. Und es überrascht mich immer wieder, wie tiefgehend unsere Gespräche sind, obwohl er sich eigentlich so ...unverständlich, fast völlig nonverbal ausdrückt. Es klappt so super. Wir sprechen über so viele Dinge. Man kann das schwer beschreiben. Ich versuche, in den nächsten Tagen mehr darauf zu achten. Ich muss dann oft an diese Geschichte mit dem Mond denken. Seit damals ist das so geblieben. Er freut sich so sehr, wenn er sich verstanden fühlt. Ach, mein Kind. Aber wirklich! *seufzseufzseufz*


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Diese Geschichte meinte ich.
Hallo Melanie,

ich lese aus deiner Antwort auf diesen Post zwei Dinge:

1. Es wird besser, wenn die Zähne durch sind! Hurra, hurra! Ich freu mich schon so!!!

2. Danach wird es wieder schlechter, weil das Kind Charakter bildet oder so etwas. Und das ist ganz schlecht, da man wegen der fehlenden Zahnungsausrede mal wieder wie der letzte Erziehungsberechtigtenkrüppel aussieht.

Na dann: Prost Mahlzeit!

:D




Der Zahn oben links blinkt übrigens schon richtig. Und beim Zähneputzen macht es sogar Geräusche. Mein Sohn ist echt stolz!

Karieregeil

Konnte keiner so schnell gucken, wie das Ärmchen oben war. Gerade wurde noch in die Runde gefragt, wer denn Interesse hätte...

Zack!

"Ja, also bevor jetzt gar keiner..."

Bin fast verreckt an innerlich unterdrücktem Husten.

Es sei ihm gegönnt. Immerhin peitscht er bereits sein zweites Kind durch diese Elitebildungseinrichtung!




Aber lustig war's schon! ;)