Dienstag, 24. November 2009

Nachts

Das Kind hat gestern Nacht total schlecht geschlafen. Vielmehr konnte er nicht wieder einschlafen. Er muss schlecht geträumt haben. Ich habe ihn schließlich aus dem Bett genommen und er hat sich sehr an mich geklammert und wollte auf meinem Bauch einschlafen. Wir haben uns dann noch etwas unterhalten. Will sagen, ich habe wild geraten und er hat "ja", "nein" und *kicher* geantwortet. Die Geschichte geht dann ungefähr so:

Er will morgen (also heute) nicht in den Kindergarten. Er hat sich mit Patrick (?) gestritten. Um ein Spielzeug. eventuell hat das Kind Patrick das Auto weg genommen. Und vielleicht ein kleines bisschen geschubst (und gehauen). Und dann (!!!) hat seine liebste Erzieherin geschimpft. Sehr! Und das Kind musste weinen. (Als ich gestern in der Kita gefragt habe, hat mir allerdings niemand etwas gesagt. Allerdings klingt das jetzt auch nicht so dramatisch -außer man ist 1 Jahr und 10 Monate alt!) Und ich soll morgen früh zu hause sein, wenn er aufsteht. Und der Papi wird heute Nacht geküsst, aber ich soll trotzdem nicht arbeiten gehen. (An der Stelle hat er geweint.) Das ist doof, wenn Mami morgens weg ist. Aber wenn Papi ihn in den Kindergarten bringt, wird er versuchen nicht zu weinen...

Dann wollten wir schlafen. Das Kind konnte keine bequeme Position finden. Leider hat er beim sich rückwärts aufs Kissen schmeißen meine Nase erwischt. So viele Sterne! Dann musste er sehr weinen, weil ich laut geflucht habe"Auauauaua!" sagte.

Als wir (ich!!!) wieder weiter schlafen wollten, hat er angefangen Pupsgeräusche zu machen. Dann sagte er immer "Mama!" und kicherte. Witzig. Ahämmm... *augen verdreh*

Seine größte Sorge ist übrigens, ob "luni" (Leonie) morgen im Kindergarten ist. Hat er mich nämlich im Dauerton gefragt. Süß!

Donnerstag, 19. November 2009

Erfahrungsbericht

In einer Kabinettsorder vom 15. Dezember 1762 verfügte König Friedrich Wilhelm I. in Preußen jedoch mit der ihm eigenen Ironie die Einführung einer einheitlichen Juristentracht in den Gerichten seines Territoriums:

„Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennen und sich vor ihnen hüten kann.“


Quelle: wikipedia (genauer: dieser artikel)

Mittwoch, 18. November 2009

Virtuelle Fieberkurve

18. November

12:00: 37,6°C
14:45: 39,4°C 5ml Ibu
18:30: 39,2°C 1Paracetamol supp.
21:30: 38,6°C 5ml Ibu

19.November

9:00: 38,4°C
12:30: 37,8°C
15:00: 36,8°C
18:30: 38,0°C

Das Gesetz der Serie

Gestern ging es dem Kleinen endlich besser. Er hustet zwar immer noch wie ein Weltmeister, aber wir arbeiten mit Inhalationen dagegen an. Weil ich arbeiten muss, blieb er mit der Oma zu Hause. Am Nachmittag rief ich direkt nach Feierabend an, um zu hören, ob es Neuigkeiten gäbe und wie der Tag war. Alles sei super, das Kind niedlich und munter. Ich freute mich auf einen ruhigen Nachmittag und vor allem auf meine beiden freien Tage.

Oma hatte das Kind ja gestern 2 1/4 Stunden Mittagschlaf machen lassen. Sie meinte es gut. Ganz nach dem Motto: "Der Körper holt sich, was er braucht." Leider braucht der Körper meines Sohnes vor allem eines: einen Wecker! :( Der Kleine stand dann also letzte Nacht bis ca. 23 Uhr im Bett und wollte: "Auffff!" Wuaaaaah. Nachts! Ich muss doch um 4:50 Uhr aufstehen. *jammer* Immerhin schreitet die Sprachentwicklung erkennbar voran. Er steigert ja "Mama" zu "Mami", "Papa" zu "Papi" und seit Montag auch "Oma" zu "Omi". Gestern Nacht dann der zwerchfellzerfetzende Oberburner: "Mama, auffff!" wurde dann zu guter letzt: "Mami... aufffffiiiiii!" Gut, dass es so dung-dung -verzeihung, dunkel war! Noch besser, dass ich eine Decke zum Kopf drunter verstecken hatte. Am Besten: sein Gekicher!

Zurück zum Thema! Ich komme also fröhlich nach Hause. Dort werde ich direkt an der Tür empfangen. Von meiner etwas echauffierten Mutter, die mein schlappes, blasses Kind auf dem Arm hat. (Zeit für ca. 500 Ausrufungszeichen. Echt mal! Bitte mal selbst dazu malen. Gedanklich.)
Der Kleine hätte ja eigentlich vorm Schläfchen nur einen wunden Po gehabt, aber sonst sei er WIRKLICH total super drauf gewesen.
Äääh? Aha. Und nun?
Ja, nach dem Schläfchen war der Po noch wunder -irgend wie. Und er sei so warm gewesen.
Jaaaa?
Und dann hätte sie gemessen. 39,4°C!!! (Bitte entsetzten große Oma-Bambi-Augen vorstellen.)
Uff! Das sei ungünstig, ich hätte doch morgen frei! (Da kann man mal sehen, was eine richtig unangemassene Reaktion ist... *pfeiff*) Noch was?
Na ja, den wunden Po hätte er jetzt überall.
???
Sie hätte die Brille aufgesetzt und am ganzen Körper kleine rote Pünktchen entdeckt.
Mist!

Dann kam so ganz herrlich der Unterschied zwischen meiner Mutter und mir zum tragen. Meine Reaktion: Kind oberflächlich untersuchen, den Ausschlag bewundern, nach Fiebersaft fragen (hatte sie ihm gegeben). Dann etwas essen, in Ruhe alles für den Arzt zusammen suchen, den zuständigen Notdienst heraus suchen, nochmal die Temperatur und den Ausschlag kontrollieren. Die Reaktion meiner Mutter: Panik. Nackte, pure Panik. Das Kind SOFORT anziehen und kopflos das Haus verlassen. Wir einigten uns auf den Mittelweg. Ich tat, was ich tun wollte, während sie hetzte und mich stresste. *augen verdreh*

Beim Kinderarzt sah ich dann in die Zukunft. Da dort mindestens 4 Kinder mit oink-oink waren (sehr schlapp, blass, müde, sonst keine Symptome) und ein Kind, das während unserer gesamten Wartezeit 5 Mal erbrach (davon 2 Mal direkt neben meinem Sohn) und die Nierenschale mit dem Erbrochenen weder von den Eltern noch den Arzthelferinnen medizinischen Fachangestellten entsorgt wurde, werden wir wohl die nächsten Wochen mit Kotzundkack und Schweinegrippe zu Hause verbringen. Ich freu mich schon.

Der Kinderärztlichenotdienstarzt Kindernotarzt Notkinderarzt Kinderarzt, der heute den Notdienst für die gesamte Stadt übernommen hatte, war übrigens sehr nett. Seine Diagnose: irgendein Virus ohne Namen, dass Fieber, 2-3 schlappe Tage und Ausschlag produziert. Grumpff. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis der Süße wieder ganz gesund ist.

Sonntag, 15. November 2009

Falsche Frage

Es übrigens völlig falsch, wenn man das Kind fragt, ob es müde sei. Können wir uns echt langsam abgewöhnen. Die Antwort auf "Oh, du bist wohl schon SEEEEEHR müde?" lautete generell "NEIN!" Da können die Pupillen kaum noch erkennbar sein hinter fast geschlossenen Lidern; mein Kind ist nicht müde. Das täuscht! Auch dass es sich die Augen reibt und gähnt, ist kein Anzeichen körperlicher Schwäche.

Woran erkennen wir dann aber nun Schlafbereitschaft? In 9 von 10 Fällen: gar nicht. Der 10. Fall trat letztens ein: das Kind schleppte mit letzter Kraft den blauen Plüschhund und den Nuckel zum Bett, schleuderte alles übers Gitter, rief laut "Mama!", zeigte auf sein Bett und verkündete mit lauter Stimme und halb geschlossenen Augen: "Heia!"

Wird wohl doch Winter

Das Kind sagt "keit" (und meint kalt).

Manchmal sind wir deswegen aber auch verwirrt. Dann heißt beim Essen jede unerwartete Temperatur auch immer noch "eissss". Wobei, Eis ist ja auch kalt... *überleg* Von daher hat er ja auch irgendwie recht! Letztens hat er bei Oma eine kleine gelbe Paprika gegessen und erzählte hinterher laut und immer wieder "eiss! eisss! eiiisssss!" Bis die Oma sich erbarmte und kostete. Sie wollte beweisen, dass da nix heiß sei. Später fragte sie, ob ich die kleinen Flammen und die Rauchwolken gesehen hätte. Immerhin ist so eine kleine Peperoni manchmal erstaunlich scharf!

Und man bedankt sich hier übrigens mit "dadei".

Die Bommel an der Mütze heißt "bomma", aber ich glaube, das erwähnte ich bereits.

Und lautes Niesen wird hier mit einem fröhlichen "ei-chi" erwidert.

Und das praktischste Wort seit langem: "Tee". Das muss ich wohl nicht erläutern. Schade, dass er zu Essen immer noch nur "nam-nam-nam" sagt. Schlafen wird hier auch ganz klassisch "heia" genannt. Der Nuckel (den ich eigentlich schon lange nicht mehr will) heißt "nuuu".

Vor 3 oder 4 Tagen hat das Kind mal wieder die Wickelkommode ausgeräumt. Diesmal habe ich ihn gefilmt. Besonders schön die Stelle, als ich frage, ob er denn beim aufräumen helfe. Kurzer Blick zu mir, Kopf auf die Brust und "nee!" Noch Fragen?! ;)

Meiner Freundin mit dem anderen wahnsinnigen Hund fiel neulich auf, dass er seine Herkunft kaum leugnen kann. Er sagt nicht nein, er sagt "nee!"

Seit er so krank ist, zeigte sich eine neue wirklich ekelhafte Angewohnheit: er knirscht mit den Zähnen! So richtig laut und penetrant. Hat da irgend jemand Erfahrungen mit? Ich schubse ihn und stecke den Nuckel zurück. Aber das ist ja auf Dauer (die nächsten 18 Jahre!) auch keine Lösung! Tipps?!? (<-Ideen, Rat und Lebenshilfe?) Während ich mich heute beim Frühstück über des Kindes schreckliche neue Angewohnheit beschwerte, wurde behauptet, ich täte das auch. Pah! Lügen! Gibt es da eine genetische Komponente? Ich bin echt ratlos.

Freitag, 13. November 2009

Freitag, der Dreizehnte

Dieser Freitag ist kein Pechtag. Dieser Freitag ist der Tag, den eine meiner besten Freundinnen sich zum heiraten ausgesucht hat. Ich freue mich schon auf die Fotos. Leider feiern sie ihren großen Tag nur ganz bescheiden mit jeweils einigen Familienmitgliedern. Aber im nächsten Sommer soll es ein großes Fest geben, auf das ich mich schon sehr freue.

Wenn sie nicht so verdammt weit weg gezogen wäre, wäre ich heute trotzdem zum Standesamt gefahren. Peine! Wer bitte schön zieht schon nach Peine?! *gepeinigt guck* Es scheint also wirklich Liebe zu sein. ;)